Medizinischer Notfall im Revier!

– was ist zu tun und was wird von mir erwartet ?

Eine Zusammenfassung der 3ten Fortbildung "Erste Hilfe Jagd" im Oktober von Uwe Deißer.

Erstellt am 08.10.2019

Diese Anforderung kann jeden treffen – bei einer Drückjagd, dem Sammelansitz / Ansitz oder auf der Pirsch, genauso wie ein Unfall bei Revierarbeiten – vom Hochsitzbau bis Wildackeranbau – oder ein anderer medizinischer Notfall im Jägeralltag z.B. durch Vorerkrankungen. Meine Beweggründe ähnelten sehr denen anderer Kursteilnehmer, die aus Nah und Fern für die Ausbildung zum „Ersthelfer Jagd“ anreisten.
Der Lehrgang vom 4.-6.10.2019 wurde angeboten und ausgerichtet vom Jagd-Natur-Wildtierschützerverband Baden-Württemberg e.V.. Das Ziel war erst mal bereits Erlerntes aufzufrischen, um im Anschluss bekannte Techniken sowie Vorgehensweisen ganz gezielt für die Jagd zu festigen und neue moderne Möglichkeiten zu erlernen und diese im Notfall lebensrettend umsetzen und anwenden zu können.
 
Dass der Verband für den Lehrgang den Notfallsanitäter und Lehrrettungsassistenten Matthias Schmidberger gewinnen konnte erwies sich als Glücksgriff. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Outdoor-Notfallrettung im In- und Ausland (www.alpine-meducate.de) war er hierfür der richtige Mann – einer, der weiss von was er spricht. Er ging individuell auf Fragen der Kursteilnehmer ein und gab uns mit seinem fundierten Fachwissen praxisnah Schritt-für-Schrittanleitungen an die Hand, die uns an die Herausforderungen der medizinischen Notfall-Erstversorgung heranführte.
Mit den sehr anschaulich gestalteten Praxisbeispielen im Gelände vertieften wir die Handlungsabläufe als Ersthelfer bei der Jagd bis sie uns allen quasi in Fleisch und Blut überging. Die Scheu, falsch zu handeln ist bei der Erstversorgung im Notfall ein oft erlebter Hinderungsgrund selbst in Aktion zu treten. Mit seinen praxisnahen Fallbeispielen lehrte uns Matthias diese zu überwinden, gleich welches Szenario in den Fallbeispielen er an uns im jagdlichen Tun stellte.
 
In seiner Ausbildung vermittelte er uns die „Medizinische Versorgung mit dem Schwerpunkt auf jagdliche Erfordernisse und Bedürfnisse in der Praxis im Gelände“ mit dem Fokus auf schnelle Erfassung der Unfallsituation, zielgerichteten Handlungsablauf mit Ersthelfermaßnahmen als auch zum eigenen Selbstschutz bishin zur Übergabe an die medizinischen Rettungskräfte.
So umfasste die Ausbildung neben der Fremd- auch die Selbsthilfe und wurde anhand realitätsnah gestellten Übungsszenarien im Gelände geübt. Die entsprechend geschminkten und bestens vorbereiteten „Verletzten“ trugen ihres zum methodisch und didaktisch optimalen Lernerfolg bei.
 
Inhalte des Lehrgangs im Einzelnen:
• Verhalten beim Auffinden einer Person
• Beachten der eigenen Sicherheit –Selbstschutz -
• Absetzen des Notrufs
• Sichern der Unfallstelle
• Retten aus der akuten Gefahr
• Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verletzung oder Krankheit mit Störung der Lebensfunktion
 
Unser Fazit:
Nur wenn man Erlerntes immer wieder erneut auffrischt und vertieft, beherrscht man dieses auch in Extremsituationen.


Bericht und Fotos - Uwe Deißler

Erstellt am 08.10.2019
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