Wildtierschützer Baden-Württemberg auf der Jagdmesse in Bayern

Augsburg. Der Verband der Jagd-Natur-Wildtierschützer e.V. Baden-Württemberg (JNWV-BW) folgte der Einladung der Bayerischen Jagdaufseher (BBJa) und entsandte einen Trupp engagierter Jagdkolleg/innen auf das Messegelende Augsburg - 360 Aussteller und 37.600 Besucher - für die volle Ausstellerzeit vom 16.01. bis zum 19.01.2020.

  • Dr. Matthias Grassmann (JNWV) , Markus Grimm (BBJa)
Erstellt am 28.01.2020

Die Erstbegegnung mit den Jagdfreunden aus Bayern erfolgte direkt am Messestand des Bundes Bayerischer Jagdaufseher in der Halle 5. Der Empfang war kameradschaftlich, als würde man sich seit einer Ewigkeit kennen. Ein großer Bereich auf dem gemeinsamen Messestand wurde dem Jagd-Natur-Wildtierschützerverband e.V. Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt und beim Aufbau ihres Messestandes ließen sich die Kollegen es nicht nehmen kurzerhand mit anzupacken. Nach kurzen Plaudereien ging man gemeinsam zur Eröffnungsfeier der JAGEN UND FISCHEN 2020.

Pünktlich um 10:00 Uhr ertönten die Jagdhörner der Jagdhornbläser Horrido Augsburg als musikalische Begrüßung, gefolgt von Begrüßungsreden von Martin Sailer, Landrat Landkreis Augsburg und Bezirkstagspräsident Bezirk Schwaben, Thomas Schmidt-Tancredi, Geschäftsführer Messe Augsburg ASMV GmbH, der ausdrücklich betonte, dass die JAGEN UND FISCHEN kontinuierlich wächst und sich mittlerweile zu einer internationalen Ausstellung entwickelt hat. Seine Königliche Hoheit Prinz Wolfgang von Bayern, als neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Wildland-Stiftung Bayern, war ebenfalls vertreten und ließ in seiner Rede nicht aus zu umschreiben, wofür die Wildland Stiftung steht. Ganz besonders lag ihm am Herzen anzubringen, dass der Sinnspruch „Wald vor Wild“ völlig unangemessen sei. Stattdessen wäre der Spruch „Wald vor Mensch“ viel zutreffender, schliesslich beanspruche der Mensch die Landschaftsgebiete zunehmend, weshalb der Bestand von Fauna und Flora sehr stark zurückgegangen ist und größtenteils bedroht ist.

Nach den Begrüßungsworten folgten ausgedehnte Festreden vom Bayerischen Jagdverband, vertreten durch den Vizepräsidenten Thomas Schreder gefolgt von Dr. Erhard Jauch, dem Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg.

Als nächster durfte Hans-Joachim Weither vom Fischereiverband Schwaben das Wort erheben, sowie Herr Christian Kühn vom Bayerischen Sportschützenbund. Die letzten Worte durfte Staatsminister Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, an das ca. 500 Personen starke Publikum richten. Die Eröffnung der Messe war somit als offiziell bestätigt.

An die rund 2 stündige Eröffnungsfeier wurde im Anschluss ein Messerundgang mit verschiedenen Pressestopps für nochmal eine Stunde angesetzt. Dann konnten die Sonderschauen beginnen. Jagdgebrauchshunde, Sportschützen, Greifvögel und der Sonderschau der Jagd sowie der Fischer.

Zurück am Messestand des Jagd-Natur-Wildtierschützerverbandes e.V. Baden-Württemberg konnten Interessierte beraten und informiert werden. Das mitgebrachte Informationsmaterial sowie die Verbandszeitschrift (BDJV) gingen weg wie warme Semmeln. Nicht selten ist man auf interessierte Besucher aus Baden-Württemberg gestoßen. Aber auch das Bayerische Publikum war an den Inhalten des JNWV-BW sehr interessiert und suchten direkten Kontakt zu einem interessanten Gespräch. Vor allem das Weiter-/Ausbildungsprogramm des JNWV-BW sorgte für positive Reaktionen und überraschte Gesichter.

Während der Messebetrieb seinen Lauf nahm, ertönte im Hintergrund der Aufruf zur Podiumsdiskussion zwischen Vertretern der Landesjagdverbände, Forstverwaltung, Wildbiologen und Jagdwissenschaftlern. Das Thema „Die Jagd im Wandel – Herausforderungen an die Zukunft!“ war vielversprechend. Doch als noch zur Eröffnungsfeier ca. 500 Anwesende die Sitz- und Stehplätze einnahmen, sind zur Diskussion lediglich noch max. 40 Personen erschienen. Was war die Ursache? Was ist geschehen? Jedenfalls war der Sitz der Forstverwaltung nicht durch diese, sondern durch den Ökologischen Jagdverein Bayern belegt. Die Podiumsdiskussion, von einem Moderator geleitet, wurde zu einem Interview mit den beteiligten Vertretern ihrer Verbände. Prof. Dr. Klaus Hackländer, Wildbiologe an der Universität für Bodenkultur Wien, Frau Dr. Christine Miller, freiberufliche Biologin und Vorsitzende des Wildtierschutzvereins „Wildes Bayern“, Herr Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes sowie Dr. Wolfgang Kordner, Vorsitzender vom Ökologischen Jagdverein Bayern, vertraten ihre Standpunkte und beantworteten die Fragen souverän. Der Wunsch, in Zukunft für Nachhaltigkeit und artenreichen Wildbestand, artgerechte Lebensbedingungen und Lebensräume für Wildtierpopulationen zu schaffen sowie die Sorge um den Erhalt und Pflege einheimischer Wildtiere in Dialog zu treten, wurde von jedem Anwesenden zwar geäußert, doch dieses Mal kam es leider nicht zustande.

Die Erwartungen an die Podiumsdiskussion konnten zwar nicht erfüllt werden, aber der Austausch mit den Jagdfreunden des Bundes Bayerischer Jagdaufseher war mehr als bedeutungsvoll und erfolgreich. In der gemütlichen Sitzecke - leckeres Vesper und Kaffeemaschine auf Dauerbetrieb von den Gastgebern gesponsert - wurden wissenswerte Angelegenheiten wie auch politische Inhalte ausgetauscht und diskutiert. Was will man mehr! Ein Meilenstein in Sachen Kommunikation und Kameradschaft!

Danke, auf bald und Waidmannsheil!
Dr. Marek A. Meder (JNWV-BW)

Erstellt am 28.01.2020
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