Rückblick: Die JNWV Mitgliederversammlung 2026

Vorstand bestätigt und vollständig entlastet, 44 Jubilare geehrt, Naturschutzpreis verliehen und die Stadtjäger-Ausbildung ab 2027 wieder im eigenen Angebot: Die Mitgliederversammlung 2026 des Jagd-Natur-Wildtierschützerverbands Baden-Württemberg.

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Mitgliederversammlung 2026: Vorstand bestätigt, 44 Jubilare geehrt, eigene Stadtjäger-Ausbildung startet wieder in 2027


Mit einem klaren Bekenntnis zur eigenen Ausbildungsarbeit, zahlreichen Ehrungen und einem geschärften Naturschutzprofil hat sich der Jagd-Natur-Wildtierschützerverband Baden-Württemberg (JNWV) zu seiner Mitgliederversammlung 2026 im Kulinarium an der Glems präsentiert. Im Mittelpunkt standen die Bestätigung des Vorstands, die Vorstellung der Naturschutzprojekte des laufenden Jahres und die Würdigung von 44 langjährigen Mitgliedern.

 

Vorstand bestätigt und vollständig entlastet

Der geschäftsführende Vorstand des JNWV steht auf stabilem Fundament. Carsten Löckle, der das Amt des Landeskassenwarts zuvor kommissarisch geführt hatte, wurde von der Versammlung in seiner Funktion einstimmig bestätigt. Die Kassenprüfer Tobias Mengel und Christoph Schöllhammer attestierten dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2025 eine einwandfreie Buchführung. Daher folgte die Mitgliederversammlung ihrer Empfehlung und entlastete den geschäftsführenden Vorstand vollständig.Der erste Landesvorsitzende Thomas Glaser dankte den Gremien, Obleuten und Mitgliedern für die geleistete Arbeit im zurückliegenden Jahr und betonte, dass der Verband finanziell wie inhaltlich auf stabilem Fundament stehe.

 

Stadtjäger-Ausbildung: 2027 wieder im eigenen Angebot

Ein deutliches Signal sendete die Versammlung in der Ausbildungsfrage: Ab 2027 wird der JNWV die Ausbildung der Stadtjägerinnen und Stadtjäger wieder selbst anbieten. Damit kehrt ein Themenfeld in die unmittelbare Verbandsarbeit zurück, das der JNWV über viele Jahre entwickelt und geprägt hat. Einzelne Module stehen zudem allen Interessierten offen, während Prüfung und Bescheinigung für die Unteren Jagdbehörden ausschließlich Personen mit Jagdschein vorbehalten bleiben. Für die gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungen für Stadtjäger alle fünf Jahre bietet der Verband zukünftig anerkannte Konzepte an.

 

Neuer Lehrgang „Jagdkommunikation“      

Das Bildungsangebot wächst spürbar. Mit dem für den JNWV entwickelten Ausbildungsgang Jagdkommunikation von Wolfgang Gottbrath stärkt der Verband gezielt die Kommunikationskompetenz seiner Mitglieder. In vier Modulen zu den Themen Auftreten und Führung, Presse- und Medienarbeit, Social Media und Recht sowie Content-Erstellung erwerben die Teilnehmenden das Handwerkszeug, um Jagd, Wildtiermanagement und Naturschutz souverän und fachlich fundiert in der Öffentlichkeit zu vertreten. Die Ausbildung findet in zwei Wochenendblöcken statt und verbindet theoretisches Wissen mit praxisnahen Übungen.

Mit Blick auf die wachsenden Anforderungen im Naturschutz erweitert der Verband sein Fortbildungsangebot ab Herbst 2026 um weitere Fachmodule. Geplant ist unter anderem ein Doppelmodul zum Umweltrecht mit Dozent Alexander Schindler. Die Weiterbildung soll Jägerinnen und Jäger dabei unterstützen, sich gezielt für Aufgaben im Naturschutzdienst zu qualifizieren und ihre Rolle als kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Natur- und Artenschutz weiter auszubauen.

Der laufende Revierhegemeister-Kurs 2025/2026 zählt rund 20 Teilnehmende. Für 2026 stehen unter anderem die Module Naturschutz (4. Juli), Jagdhunde (18. Juli), jagdliche Einrichtungen (20. und 26. September) sowie Schießen (9. August und 24. Oktober) im Kalender. Der Grundkurs Ersthelfer Jagd vom 24. bis 26. Juli 2026 in Böblingen ist bereits ausgebucht; für den Fortbildungslehrgang am 10. und 11. Oktober sind noch wenige Plätze frei.

 

Recht im Revier: Wolf-Rudel im Enztal, neue Jagdzeiten, schärferes Waffenrecht

Viel Zeit widmete die Versammlung den rechtlichen Entwicklungen. Die neue Durchführungsverordnung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) fasst die Jagdzeiten in Baden-Württemberg neu. Für Marderhund, Waschbär, Nutria, Mink, Rost- und Nilgans gilt formell keine festgelegte Jagdzeit mehr. Die Tiere sind nun ganzjährig bejagbar, allerdings unter Beachtung der Setz- und Brutzeiten und der Vorgaben für invasive Arten.

Zum Wolf berichtete der Vorstand: Die Aufnahme der Art ins Bundesjagdgesetz (§ 2) bedeutet noch lange kein praktikables jagdliches Management. Im Enztal hat der rund zehnjährige Rüde (GW852m) eine junge Fähe (GW4816f) als Partnerin gefunden; mit einem Rudel ist in absehbarer Zeit zu rechnen. Der sogenannte Hornisgrindewolf, dessen Entnahme bis zum 10. März 2026 offiziell zulässig gewesen wäre, wurde nicht erlegt. Entnahmen bleiben weiterhin auf ein eng begrenztes Entnahmeteam außerhalb der vor Ort zuständigen Jagdausübungsberechtigten beschränkt.

Der Vorstand wies außerdem auf Verschärfungen im Waffenrecht hin, insbesondere auf erweiterte Voraussetzungen zur Prüfung der Zuverlässigkeit und persönlichen Eignung von Erlaubnisinhabern (§ 4 Abs. 5 WaffG) sowie auf neue Regelungen zum Führen von Messern in der Öffentlichkeit (§ 42 Abs. 4a WaffG). Für die Jagd, Brauchtumspflege und sportliche Ausübung gelten ausdrückliche Ausnahmen.

 

Spürhündin Fly im Einsatz: Was Hunde im Artenschutz leisten

Einen fachlich besonders spannenden Impuls setzte Verena Paul, bekannt als „Die Baumkletterin", gemeinsam mit ihrer Spürhündin Fly. In ihrem Vortrag „Spürhundeeinsatz im Naturschutz – viele effektive Möglichkeiten" zeigte sie, wie ausgebildete Hunde heute bei der Suche nach Wildtieren sowie der gezielten Erfassung geschützter Arten und der Beweisaufnahme im Artenschutz eingesetzt werden können. 

 

Naturschutzpreis 2026: Vier Projekte ausgezeichnet

Zum dritten Mal in Folge vergab der JNWV den Naturschutzpreis. Den 1. Preis erhielt Hubert Schlusche (Rebhuhn-Hege, Feuchtbiotope und Molchrettung), den 2. Preis Erwin Schwarz (Biotop-Sanierung und Prädatorenmanagement) und den 3. Preis Thomas Zeler (Wildäcker); als besonders lobenswerte Erwähnung würdigte der Verband das Projekt von Manfred Siefridt (Streuobstwiesen). Die Preisgelder sind mit 150, 100 und 50 Euro gestaffelt.

 

44 Mitglieder für langjährige Verbundenheit ausgezeichnet 

Ein besonderer Moment der Mitgliederversammlung war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Insgesamt zeichnete der JNWV 44 Wildtierschützerinnen und Wildtierschützer für ihre Treue und ihr Engagement im Verband aus. Die Auszeichnungen würdigten Mitgliedschaften von zehn bis 25 Jahren und machten deutlich, wie stark der Verband von Menschen geprägt wird, die sich über viele Jahre hinweg für Wildtierschutz, Naturschutz und die Verbandsarbeit einsetzen. 

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden vier Mitglieder geehrt. Sechs Wildtierschützerinnen und Wildtierschützer gehören dem Verband seit 20 Jahren an. Weitere 17 Mitglieder wurden für ihre 15-jährige Verbundenheit ausgezeichnet, ebenso 17 Mitglieder für zehn Jahre Mitgliedschaft. Die Ehrungen wurden von den Anwesenden mit großem Applaus begleitet und unterstrichen die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements, auf dem die Arbeit des Verbandes seit Jahrzehnten aufbaut.