Kommunikation - Öffentlichkeitsarbeit - Konfliktmanagement

Anlässlich einer Weiterbildung für Wildtierschützer , versammelten sich im Gasthaus zum Kreuz in Lautenbach angehende Stadtjäger und Revierhegemeister. Bei Temperaturen über 34 Grad kamen am Samstag, den 29.Juni 2019, Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Erstellt am 11.07.2019

Sie lauschten höchst interessiert dem eindrucksvollen Vortrag von Herrn Dr. Gerd Kalkbrenner. Das Thema dieser Tagung war Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktmanagement. Herr Kalkbrenner ist Kommunikationstrainer und selbst Jäger. Er kennt alle Problematiken eines konstruktiven Dialoges, hat aber auch etliche Lösungen für zwischenmenschliche Spannungen parat.

Er betont, dass Jäger das Privileg haben eine Waffe zu besitzen und zu führen. Darüber hinaus natürlich auch jagdlich einzusetzen. Nicht selten sollen sie sich für ihre Interessen rechtfertigen. Von Personen oder Gruppen, die eine andere Meinung gegenüber der Jagd vertreten sollen sie auch vieles hinnehmen. Diese Situationen sind allen Jägern bekannt. Konflikte im eigenen Revier sind nicht unüblich und bei den angehenden Stadtjägern werden gespannte Differenzen noch einmal brisanter. Darauf sollten alle Teilnehmer geschult werden.

Zu Beginn ließ Herr Dr. Kalkbrenner einen Beispielfilm laufen. Ein Jäger trifft in seinem Revier auf einen Spaziergänger mit seinem nicht angeleinten Hund. Eigentlich ein richtig witziger Film. Alle lachten. Irgendwie spiegelte der Film jedoch nur die Realität wieder. Da waren sich alle einig. Das Verhalten beider Kontrahenten war nicht fremd. An diesem Beispiel versuchte der Referent in kurzen immer und immer wieder abgespielten Filmsequenzen den Dialog mit den Teilnehmern zu analysieren. In Diskussion mit den Anwesenden wurden Möglichkeiten besprochen, um die Kommunikation in dem Beispielfilm zu verbessern. Klares Ziel war es die Konfrontation vor einer möglichen Eskalation zu mindern.

Deutlich wurde auch die Haltung. Damit wurde klar, dass Kommunikation nicht nur verbal, sondern auch in Form der Körpersprache eine große Bedeutung hat. Auch das äußere bzw. öffentliche Auftreten, eben ob modern (Baseball-Cap) oder traditionell (Filzhut) ist Situationsabhängig und kann nicht pauschalisiert werden. Sollte jedoch bedacht werden. Also schlussendlich kommt es auf das richtige Verhalten an und auch darauf ein Fehlverhalten richtig anzusprechen. Es geht um Beziehungsebenen in Gesprächssituationen, die nicht gefährdet werden dürfen. Man sollte in der Lage sein Konflikte zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Dabei kann die Öffentlichkeitsarbeit sehr hilfreich sein. Sie wird definiert als dauerhafte, methodische, interessengeleitete Kommunikation mit dem Ziel, Konflikte zu vermeiden, zu entschärfen oder beizulegen.

Der Jäger sieht sich in der Pflicht das Image des Jägers zu pflegen und steht daher vor einer großen Herausforderung. Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung erreichen daher einen sehr hohen Stellenwert. Die Jagd zu erklären ist grundsätzlich schwierig, da viele in ihrer genommenen Einstellung verharren und zu Kommunikation nicht bereit sind. Dabei könnte es doch so einfach sein. Ziel und Lösung liegt in der Anerkennung der Ansichtsweisen und der Perspektiven.

Trotz der enormen Hitze horchten alle Anwesenden dem spannenden und lehrreichen Vortrag bis zur letzten Minute. Professionell und unbeeindruckt von den Temperaturen konnte Dr. Kalkbrenner die Teilnehmer zum aktiven Mitdenken animieren. Dank wertvoller Tips wurde das Erlernte umgehend in Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt und ein Artikel zum Thema Stadtjäger und Konfliktmanagement verfasst. Dieser erscheint noch im Juli in der Acher-Rench-Zeitung.

Dr. Marek A. Meder, Freiburg

JNWV-BW

Erstellt am 11.07.2019
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