Namibia: Keine Erlegerbilder mehr erlaubt

Der Namibische Umwelt- und Tourismusminister hat den Inhabern von Namibischen Jagdlizenzen verboten, Bilder von erlegtem Wild in sozialen Netzwerken zu posten. Der DJV begrüßt den Vorstoß.

  • Foto: DJV/Martinsohn

    Foto: DJV/Martinsohn

Erstellt am 09.07.2018

In einem Anfang Juli veröffentlichten Schreiben verweist der Namibische Minister für Umwelt und Tourismus  Pohamba Shifeta auf das künftige Verbot, Fotos von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken einzustellen und zu verbreiten. Diese Bilder sind aus seiner Sicht unethisch und werfen „ein schlechtes Licht auf das Ansehen der gut regulierten Jagd“ in seinem Land. In Zukunft ist das Verbot Bedingung zur Erteilung einer Jagderlaubnis.

 

Auf diesen Vorstoß aus Namibia reagiert der CIC erfreut: "Fragwürdige Erlegerfotos gehören nicht in die sozialen Medien. Wir haben häufig genug erlebt, welchen Schaden sie anrichten“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der Deutschen Delegation des CIC. „Erst am vergangenen Wochenende haben würdelose Bilder einer US-Amerikanerin mit einer in Südafrika erlegten Giraffe für massive Irritationen in den Medien gesorgt. Ich habe für solche Bilder kein Verständnis.“

 

Auch hierzulande sorgen Bilder von erlegtem Wild häufig für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Menschen, die nichts mit Jagd zu tun haben, reagieren meist mit Unverständnis auf blutige Tierkadaver. „Wir sollten uns selbstkritisch fragen, was Frau Maier von nebenan beim Biss in ihr Frühstücksbrötchen empfindet, wenn sie etwa das  Foto vom abgeschnittenen Kopf eines Rehbocks sieht, der auf dem Boden einer zugemüllten Garage liegt", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Das sei nicht unser Verständnis von Ethik in der Jagd und mit Sicherheit keine Werbung für unser Handwerk, so Fischer weiter.

 

DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald appelliert an die Ausbilderinnen und Ausbilder von künftigen Jägerinnen und Jägern, den Umgang mit sozialen Medien und das Auftreten in der Öffentlichkeit stärker zu thematisieren.

Erstellt am 09.07.2018
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