RHM Modul Hege Okt. 2019

Sulzbach an der Murr bot sich als nächste Station für das Modul Hege bestens an. Markus Laiblin, der bereits zum Modul Waldbau referierte, konnte auch jetzt mit seinem Revier Vorort aus langjährigen Erfahrungen berichten.

Erstellt am 16.10.2019

Nach einer kurzen Begrüßung und der Frage nach der Definition der Hege, stieg er direkt in das Thema ein.

Die Hege stellt im Sinne der Waidgerechtigkeit ein Grundelement des Selbstverständnisses der Jäger dar und damit seiner Pflicht der Artenvielfalt des Wildes nicht zu schaden. Das gilt für die jagdbaren Arten, als auch für das Wild welches durchgehend nicht bejagt werden darf. Dadurch gehören die Hege und die Jagd als wesentliche Anteile zum Wildtiermanagement. Dieses umfasst die Wildtierforschung, Wildtiermonitoring, Konzept- und Planentwicklung sowie die Beratungs- und Informationsfunktion. Die Jagd soll laut JWMG der nachhaltigen Nutzung von Wild dienen und Beeinträchtigungen in Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei verhindern, Ausbreitung von Seuchen hemmen und die biologische Vielfalt erhalten, aber auch invasiven Arten entgegenwirken. Die Hege hingegen soll das Gleichgewicht zwischen der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und den gesunden und stabilen Populationen heimischer Wildtierarten erhalten, den Lebensraum pflegen und bedrohte Wildtierarten sichern.

Nach einem kurzen Rückblick in die Zeit in der die Hege ihren Ursprung findet, dem Mittelalter, wurde deutlich wie aus dem Recht zu Jagen für Jedermann komplexe Jagdgesetze entstanden sind. Tiere wurden beinahe ausgerottet, da keinerlei Selbstbeschränkung und Fürsorgepflicht bekannt waren. Um die Wildbestände wieder zu regenerieren entstanden erste Hegemaßnahmen.    

Da nun Hege seit Jahrhunderten und über Generationen hinweg betrieben wird, führt diese unweigerlich zu Spannungen und Diskussionen bezüglich des besten Hegemittels. Dabei werden jedoch irgendwo alle Ihr Recht haben, zumindest von ihrem eigenen Blickwinkel aus. Fakt bleibt, dass es allen um die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes geht. Zumindest den Jägern. Markus Laiblin warf einige Folien an die Leinwand, die verdeutlichen sollten, wie es um die Artenvielfalt je nach Landschaftsbild aussieht. Man konnte es eindeutig festmachen. Fauna entspricht Flora. Vom Artenreichtum der Pflanze mit 30 Tierarten bis hin zu 7 Tierarten bei Monokulturen. Es folgte die Überlegung, wie man den Wildbestand im Artenreichtum erhöhen kann. Anhand des Beispiels Rehwild und dessen Art- und sachgerechten Bejagung nach ROBA (Rehwildbejagung ohne behördlichen Abschussplan), zeigte Herr Laiblin Zahlen und Fakten für den Aufbau einer Jagdstrategie. Diese muss bestimmte Abschusskriterien und Voraussetzungen erfüllen. Vergleiche zu Rotwild wurden herangezogen. Auch das Schwarzwild wurde diskutiert. Von der Reproduktionsrate bis hin zur optimalen scharfen Bejagung nach Mengenverhältnissen der Frischlinge zu Überläufern und zu Reifen Stücken.

Anschließend wurde die Biotop-Hege, zur Verbesserung und Schutz der Lebensräume wildlebender Tiere, durchgesprochen. Die Standortbestimmung wie z.B. nicht bewirtschaftete Randstreifen und die geeigneten Massnahmen wie z.B. Deckung durch Hecken und Feldgehölze schaffen, konnten vertieft werden. Bei der Teichanlage zur Biotopverbesserung kommt man sich jedoch mit dem Fischereirecht in die Quere. Doch mit Genehmigungen durch das LRA dürfte auch das zu bewerkstelligen sein.

Zu guter Letzt, jedoch nicht zu kurz, sollte auch der Schutz des Wildes erwähnt werden. Dazu gehörten die Maßnahmen, die man ergreifen sollte um z.B. vor Wildunfällen zu schützen. Neben der scharfen Bejagung an Gefährdungsbereichen kann auch Abhilfe durch Wildzaun, Wildbrücke, Duftzaun, Reflektoren etc. geschaffen werden. Auch beim Schutz vor dem Mähtod kann etliches unternommen werden. Der Jagdschutz, welcher durch berechtigte Personen mehr oder weniger sehr ernst und vor allem streng gehandhabt wird (Beispiel freilaufende Hunde), wurde am Ende des Vortrags kontrovers diskutiert. Dass eine Kommunikation zwischen zwei Kontrahenten eher auf einer freundlichen Ebene zum Erfolg führt, wurde von der absoluten Mehrheit bestätigt. Doch das war eigentlich das Thema eines der vorherigen Module………..

Dennoch, ein toller und lockerer Vortrag von Markus Laiblin mit vielen Beispielen und Details aus dem eigenen Revier!

Text: Dr. Marek A. Meder, Freiburg (JNWV-BW)
Foto: Dr. Hans-Ulrich Endreß (JNWV-BW)

Erstellt am 16.10.2019
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