„Verständigung ist Glücksache“

Dass gute Kommunikation nicht selbstverständlich ist, sondern eine hohe Kunst, das hat Dr. Gerd Kalkbrenner, Jäger und freier PR-Berater, Kommunikationscoach und Trainer beim 3. Modul für die Ausbildung zum Stadtjäger deutlich gemacht.

Erstellt am 19.08.2021

Anschaulich und gut nachvollziehbar gab er den angehenden Stadtjägern Tipps und Argumentationshilfen an die Hand, damit diese gewappnet sind für Gespräche mit „Nichtjägern“. Denn: „Auf einen Jäger kommen rund 170 Menschen, die mit der Jagd nichts anzufangen wissen oder denken, als Jäger würde man nur Tiere totschießen“, gab er zu bedenken.

Wichtig sei es auch, sich klar zu machen, dass der Gegenüber nur einen sehr kleinen Prozentanteil des Gehörten verstehen könne. „Das liegt daran, dass jeder einen „Erfahrungsrucksack“ mit sich durchs Leben trägt, der völlig individuell gepackt ist. Jeder steckt sich sein eigenes Weltbild zusammen“, erklärt er den Zustand, dass man zwar vom gleichen Sachverhalt spreche, jedoch jeweils ganz anders darüber denke.

Deutlich machte er das bei einer Übungsaufgabe, bei der jeder für sich aufschreiben solle, weshalb er Jäger geworden sei und  was einen selber in den Wald hinausziehe. Die Antworten sind so vielfältig wie die Teilnehmer des Kurses, obwohl alle der gleichen Leidenschaft nachgehen. Umso schwieriger werde es, Nichtjägern das Tun eines Jägers nahezubringen.

Kalkbrenner legte den Anwesenden ans Herz, vor einer kniffligen Diskussion zunächst für sich selber zu prüfen, ob dies nun der richtige Ort, der richtige Zeitpunkt und das passende Publikum sei. „Wenn ich  merke, ich komme nach ein paar freundlichen Worten mit meinem Gegenüber nicht weiter, dann mache ich lieber einen Rückzieher, bevor das Gespräch eskaliert oder in ungute Bahnen gerät“, rät Kalkbrenner. Wichtig sei es, dass jeder der Gesprächspartner stets sein Gesicht vor seinem Umfeld wahren könne.

Gerd Kalkbrenner gab den Anwesenden noch wertvolle Tipps für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit, der er einen hohen Stellenwert beimisst. Kurz und knackig und unter Berücksichtigung der sogenannten W-Fragen sollen die informativen Texte sein, die auf Veranstaltungen oder Tätigkeit der Jäger/Stadtjäger hinweisen. Hierfür erhielten die Kursteilnehmer eine Checkliste und erarbeiteten gemeinsam Beispiele.

Text: Susanne Kuhn-Urban

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