Wildtiere und Wildtierkrankheiten- womit man in der Stadt rechnen muss

Im Rahmen der Ausbildung zum geprüften Stadtjäger (JNWV) nehmen die Thema Wildtiere und Wildtierkrankheiten (Module 2 und 4) die zentrale Rolle ein, denn darum geht es: mit welchen Tieren kann man es zu tun haben, mit was muss man im Fall einer Begegnung rechnen, wovor muss man sich notfalls schützen, wie ist deren Verhalten in der Stadt, was mögen sie - was meiden sie, wie kann man sie fernhalten, vergrämen, fangen und als letztes Mittel notfalls auch töten.

Erstellt am 02.05.2019

Diese Themen wurden am 06. und 07. April 2019 von unseren Referenten

Geva Peerenboom, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (http://www.wildlife.uni-freiburg.de) und Mitautorin der internet Plattform https://wildtiere-stadt.wildtiere-bw.de/

Dr. med. vet. Ingo Schwabe, Fachtierarzt für Pathologie am Chemisches und Veterinäruntersuchungs-amt Stuttgart (http://www.cvua-stuttgart.de)

Dr. Christof Janko, Wildbiologe im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Referat Cluster Forst und Holz, Jagd, Forschung,  Stuttgart (https://mlr.baden-wuerttemberg.de/)

begleitet von unserem Seminarleiter Uwe König, Jagdschule Isaria, und Stadtjäger von Stadt und Landkreis München immer aus der jeweiligen beruflichen Perspektive vorgetragen. Hierdurch konnte stets von einer auf die andere Perspektive umgeschaltet und die Themen Wildtiere,  Verhalten und möglichen Zoonosen oder Parasiten praxisnah behandelt werden. Insgesamt entstand ein sehr rundes Bild dieses sehr komplexen Themenfeldes auf das sich ein Stadtjäger einstellen muss.

Da das Modul 2-tägig angesetzt war blieben viele Teilnehmer im Kulinarium an der Glems und hatten so (bis teilweise) spät in die Nacht die Möglichkeit sich nicht nur fachlich auszutauschen. Am anderen Morgen waren wieder alle hell wach als Uwe König darüber sprach wie man einen Tatort angeht - Spurensuche und Spurensicherung!

Nicht immer ist klar mit welchem Problem bzw. mit welchem Tier man zu tun hat. Mäuse sind es oft  und nicht der Marder, die nächtlichen Radau machen. Nimmt man dann den Auftrag an oder ist das Sache des Kammerjägers? Welche Vereinbarungen treffe ich mit dem Auftraggeber und wenn ein Auftrag zu Stande kommt welche Mittel setze ich ein? Einen schnellen Erfolg darf man nie versprechen denn Fallenjagd - alle Genehmigungen vorhanden! - ist Geduldssache. Wo stelle ich die falle auf, wie wird beködert, wann überprüfe ich den Tatort erneut -Fallenmelder per Telefon sind Stand der Technik! - also nicht zu oft kontrollieren.

Und wenn das Wildtier dann schließlich in der Falle ist, dann beginnt die heiklere Arbeit. Ist das Tier gesund - kann und darf ich und wenn ja wo - aussetzen? Wie transportiere ich ein Wildtier. Wie stelle ich fest, ob ein krankes oder verletztes Wildtier wieder gesund werden kann?  Wie transportiere ich ein Wildtier. Wo setze ich aus und wen frage ich um Erlaubnis; wie weit muss ich fahren, um das Tier auszusetzen? Falls dies alles negativ ist bleibt abschließend nur das tierschutzgerechte und jagdliche Töten.

Nach den beiden Tagen waren die Teilnehmer von der Fülle an Informationen sichtlich gezeichnet aber sehr zufrieden alle diese Dinge gehört und darüber diskutiert zu haben. Wir sehen uns wieder zum Modul Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Konfliktmanagement.

 

Text und Fotos Prof. Dr. Hans Ulrich Endreß

Erstellt am 02.05.2019
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