Drei Wildäcker, drei unterschiedliche Flächen und ein Jahrzehnt konsequente Arbeit. Thomas Zelers Projekt belegt, wie viel Koordination, Kommunikation und Fachwissen guter Naturschutz im Revier verlangt. Das hat die Jury des Naturschutzpreises des Wildtierschützeverbandes beeindruckt. Hubert Schlusche erhielt den dritten Preis sowie ein Preisgeld von 50 Euro. Zur Auszeichnung gehören außerdem eine Urkunde, die Naturschutznadel des JNWV und eine wetterfeste Projekttafel.
Jährlich zeichnete der JNWV herausragende Projekte seiner Mitglieder aus. In diesem Jahr konnten drei Siegerprojekte mit dem ersten, zweiten und dritten Preis ausgezeichnet werden. Eine lobende Erwähnung erhielt zudem Manfred Siefridt für sein langfristiges Streuobstprojekt. Verliehen wurden die Auszeichnungen auf der Mitgliederversammlung am 19. April im Kulinarium an der Glems.
Drei Wildäcker, ein Jahrzehnt Konsequenz
Wer Äsung schaffen will, braucht Geduld, Wissen und gute Partner. Thomas Zeler hat alle drei. Seit 2015 unterhält er drei Wildäcker, abgestimmt mit Landwirten, Jagdgenossenschaften, Grundstückseigentümern, Netzbetreibern und Kommunen. Zelers Engagement ist ein Beleg dafür, wie viel Koordination und Kommunikation guter Naturschutz im Revier verlangt.
Die Flächen sind bewusst vielfältig angelegt: Der erste Wildacker umfasst rund 2.000 Quadratmeter auf einer ehemaligen Brachfläche unterhalb einer Hochspannungsleitung, der zweite ist eine 2.300 Quadratmeter große Waldwiese. Der dritte Wildacker misst 700 Quadratmeter und ist Insektenwiese und Äsungsfläche zugleich. Auf eine Pioniermischung mit Salzlecke folgen Kleeartengemenge, Topinambur und Insektenmischungen, ergänzt durch Nussbaum, Apfel und Quitte.
Hinzu kommen Verbissgehölze, die Pflege bestehender Streuobstwiesen und zahlreiche Nistkästen für Vögel und Fledermäuse. Seine langjährige Arbeit ist erfolgreich: Die Äsung wird angenommen und die Nistkästen sind belegt. Lediglich der Mäusedruck verlangt fortlaufende Aufmerksamkeit.
Zelers Projekt zeigt, dass wirksamer Naturschutz nicht nur Flächen, Saatgut und Pflege braucht. Entscheidend sind ebenso verlässliche Absprachen und die Bereitschaft, ein Vorhaben über viele Jahre konsequent weiterzuführen.






